Gut gewohnt?

LEG-Mieter*innen-Treffen am Mittwoch, 20. Februar 2019, 19 Uhr Zukunftswerkstatt (Schulstraße 45)

LEG-Häuser an der Grevener Straße zwischen Ring und Melchersstraße.

„Gewohnt gut.“ Vielen Mieter*innen der LEG-Häuser in Münster haben den nicht unbegründeten Verdacht, dass die LEG mit ihrer Aussage auf den Besitzschildern neben dem jeweiligen Hauseingang die Finanzen des Unternehmens meinen. Die Situation der Mieter*innen ist jedenfalls in zahlreichen Fällen alles andere als „gewohnt gut“.

Vor etwas über zehn Jahren verkaufte das Land Nordrhein-Westfalen, damals – wie auch heute – unter einer CDU / FDP-Regierung, die Wohnungen der LEG, zu denen auch die rund 6000 Wohnungen der WGM (Münstersche Eigenheim- Baugesellschaft mbH) gehörten. Offiziell an die „Whitehall Real Estate Funds“, einer Tochter der Investmentbank Goldman Sachs, die in den Westfälischen Nachrichten als „Heuschrecke“ bezeichnet wurde. Tatsächlich verkaufte das Land NRW, wie erst ein Jahr später von der Rheinischen Post aufgedeckt wurde, an vier Briefkastenfirmen – die Unternehmen Lancaster GmbH & Co. KG, Kronen tausend230 GmbH & Co. Vorrats KG, Restio B.V., Perry LuxCo S.a.r.l.

Im August 2018 lief die beim Verkauf zum Schutz der Mieter*innen abgeschlossene Sozialcharta aus. Zehn Jahre nach dem Verkauf sind zwar die schlimmsten Befürchtungen ausgeblieben, aber die Probleme der Mieter*­innen mit der LEG werden immer größer und unangenehmer.

Schwarzschimmel in einer Uppenberger LEG-Wohnung. Foto: Facebook

Einer Mieterin in Uppenberg verwehrte die LEG jüngst tagelang die Unterstützung, obwohl sich im Flur und Bad ihrer Wohnung der die Gesundheit gefährdende Schwarzschimmel breit machte. Neben nicht nachvollziehbaren Mieterhöhungen häufen sich die „kleinen“ Probleme. Klingeln funktionieren nicht und deren Reparatur wird nur in Aussicht gestellt, da „leider die gesamte Klingelanlage im Haus ausgetauscht“ werden müsse. Ausfälle von Heizung und Warmwasser – insbesondere an Wochenenden oder Feiertagen – werden nicht kurzfristig behoben. Erreichbar ist die Hausverwaltung meist nur über das Callcenter im bayrischen Bad Aibling. Nachvollziehbar, dass die Ruhr Nachrichten am 5. April vergangen Jahres vermeldeten: „Zehn Jahre nach der Privatisierung: LEG-Mieter ziehen negative Bilanz

Einladungsflyer der BI Uppenberg.

Es ist an der Zeit, dass die Mieter*innen der LEG, wie natürlich auch bei anderen großen Vermietern, ein Mitspracherecht bekommen. Die BI l(i)ebenswertes Uppenberg möchte gemeinsam mit den LEG-Mieter*innen in Uppenberg überlegen, wie ein solcher Mieter*innenrat für die LEG-Wohnungen rechts und links der Grevener Straße durchgesetzt werden kann. Deshalb haben wir uns entschlossen, mit die LEG-Mieter*innen in Uppenberg zum Erfahrungsaustausch einzuladen. Er findet am Mittwoch, 20. Februar, um 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt (Schulstraße 45) statt.

Nur gemeinsam können wir uns wehren!“, so Katharina Geuking (Grevener Straße 111) und Werner Szybalski (Grevener Straße 144), die alle LEG-Mieter*innen aus Uppenberg zu einem ersten Treffen einladen.