Einfach mal ins Gespräch kommen

BI Uppenberg lädt am 7. April zum ersten Nachbarschaftsfest

Uppenberg. Es ist nicht einfach, sich zwischen Neutor und Kinderhaus, Wasserweg und Aa einfach mal so zu treffen, um einen nachbarschaftlichen Plausch auch über die Straße hinweg oder die um die Kreuzung herum zu führen. Die BI Uppenberg möchte das ändern und lädt die Nachbarschaft am Sonntag (7. April) von 10 Uhr bis 15 Uhr zum Plauschen ein. Die kurze Sackgasse am Ende der Jahnstraße sowie die winzige Grünfläche an der Grevener Straße wurden der BI von der Stadt Münster für das erste Nachbarschaftsfest der BI Uppenberg zur Verfügung gestellt. Start e.V. wird ab 11 Uhr im Trockendock Kaffee und mehr ausschenken und Kinder und Jugendliche dürfen auf dem Flohmarkt ihre nicht mehr benötigten Habseligkeiten feilbieten.

Durchgangsverkehr umleiten

Wilhelmstraße: Verkehrsreduzierung auf der neuen Fahrradstraße

Klosterviertel. Die Wilhelmstraße zwischen Abzweig Einsteinstraße und Ring ist rund 550 Meter lang. In der Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Mitte am 15. Januar 2019 wurde die Beschlussvorlage V/003/2019 behandelt. Sie sah vor, die Wilhelmstraße im genannten Bereich zu einer Fahrradstraße umzuwidmen.

Eine Fahrradstraße ist laut Wikipedia „eine für den Radverkehr vorgesehene Straße, genau betrachtet in der Regel deren Fahrbahn (nicht aber zum Beispiel Gehwege). Sie soll die Attraktivität des Radverkehrs steigern und Vorteile gegenüber dem Kraftfahrzeugverkehr schaffen.“ Eine solche Umwidmung der Wilhelmstraße schlug die Beschlussvorlage der Verwaltung vor.

In der Sitzung der Bezirksvertretung stellte Herr Grit Hecht vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung den Entwurf und eine von der Stadtverwaltung nicht favorisierte Reduktionsvariante (ohne Umbaumaßnahmen an den Einmündungen) vor. Maria Otte, 1. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Fraktionsvorsitzende der SPD, sowie Bernd Mayweg (FDP) und Dr. Linus Tepe (CDU) bemängelten, der Vorschlag sei eine Einzelmaßnahme. Es fehle ein Gesamtkonzept.

Für die CDU-Fraktion beantragte deren Vorsitzender Karl-Heinz Hülsmann die Maßnahme in der Reduktionsvariante durchzuführen. Dies lehnte die Bezirksvertretung mit zwölf Nein-Stimmen (Bündnis 90/Die Grünen/GAL, SPD, Die Linke) bei sieben Ja-Stimmen (CDU, FDP) ab. Aber auch der Verwaltungsvorschlag fand keine Mehrheit, da die fünf SPD-Vertreter sich enthielten und nur die Grünen und der Linke Jonas Freienhofer (sieben Ja-Stimmen) dafür stimmten. Die sechs BV-Mitglieder der CDU und FDP-Vertreter Bernd Mayweg stimmten gegen die Umwidmung der Wilhelmstraße zu einer Fahrradstraße.

Der Durchgangsverkehr macht den Anwohnern und Radfahrern in der Wilhelmstraße mehr zu schaffen, als die vielen abgestellten PKW.

Die Wilhelmstraße ist in diesem Bereich eine Tempo-30-Zone. Laut Verwaltungsvorlage befahren gemäß Verkehrszählung vom Oktober 2017 in der Spitzenstunde zwischen 16 Uhr und 17 Uhr rund 200 Kraftfahrzeuge und 580 Radfahrer diesen Straßenabschnitt. Der Schwerverkehrsanteil läge bei rund einem Prozent. Die Bushaltestellen Röschweg und Peter-Wust-Straße in der Wilhelmstraße wurden schon aufgegeben. Die Busse umfahren das Wohnquartier nun auf der Einsteinstraße.

In seiner Stellungsnahme zur Verwaltungsvorlage begrüßte der ADFC Münsterland (Allgemeine Deutsche Fahrradclub), dass bei der Umwidmung der Wilhelmstraße in eine Fahrradstraße PKW-Parkplätze reduziert werden und drängte auf weitere
Maßnahmen, die den Durchgangsverkehr einschränken und Fahrradstraßen für den motorisierten Verkehr weniger attraktiv machen – für Radfahrende aber erhöhen. Das Mindeste wäre eine „Anlieger frei“-Regelung.

Zudem bemängelt der ADFC, dass eine Gesamtlösung, die am Neutor beginnen müsse und im Idealfall die gesamte Wilhelmstraße als Fahrradstraße ausweise, fehle. Auch die Verbindung zum Veloroutenkonzept der Stadt und der Bezug zur „potenziellen Fahrradstraße Hüfferstraße“ sollte gesehen werden. Sie sehen in der Planung ein Stückwerk, das „mit einer zukunftsorientierten Radverkehrsförderung“ wenig zu tun habe.

Inzwischen hat die Stadtverwaltung die Vorlage, die am 7. Februar im Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen beschlossen werden sollte, zurückgezogen. Dies nimmt die Bürgerinitiative L(i)ebenswertes Uppenberg zum Anlass, um eine Anregung gemäß Paragraf 24 der NRW-Gemeindeordnung zu erarbeiten und nach der Diskussion mit der Anwohnerschaft an die Bezirksvertretung Mitte und den Rat der Stadt Münster zu geben. Kernpunkt des Vorschlags, der beim BI-Stammtisch am Dienstag, dem 12. März, ab 19 uhr mit allen Interessierten in der Zukunftswerkstatt (Schulstraße 45) vorgestellt und diskutiert werden wird, ist die Sperrung der Wilhelmstraße für den Durchgangsverkehr. Lediglich Fahrräder sollen die Wilhelmstraße in ihrer Gänze befahren können.

An der Kreuzung mit der Jahnstraße ist die Kinderhauser Straße für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Diese Maßnahme wäre für die Wilhelmstraße ideal. In Höhe der Einmündungen Försterstraße und Jessingstraße könnte sie für den PKW-Durchgangsverkehr gesperrt werden. Die Ausweisung als Fahradstraße wäre nicht mehr zwingend nötig und die Anwohner würden von der geringenen Belastung durch Durchgangsverkehr profitieren.

In Höhe der Försterstraße und Jessingstraße könnte nach dem Vorbild der Sperrung der Kinderhauser Straße an der Kreuzung mit der Jahnstraße die Wilhelmstraße gesperrt werden. Der Verkehr aus Richtung Innenstadt würde über die Försterstraße zur Einsteinstraße gelenkt werden. Für die „ausgesperrten“ PKW-Durchfahrer würde sich der Weg mit dem Auto in die Innenstadt lediglich um 450 Meter verlängern.

Wie die Aufgabe der Buslinien durch die Wilhelmstraße gezeigt hat, dürfte dies also auch für PKW-Fahrer kein Problem sein. Sowohl die Anwohner, die verschiedene Möglichkeiten hätten, die Wilhelmstraße mit dem PKW zu verlassen, als auch der durchfahrende Radverkehr würden von dieser Fahrradstraße profitieren. Ein Umbau der Kreuzungen wäre zudem unnötig. In einer Detailplanung könnte dann – ebenfalls kostengünstig – die Parkregelung neu gestaltet werden (zum Beispiel Schrägparken und Fahrradabstellplätze auf der Fahrbahn).

Ein Wochenmarkt für Uppenberg

Ankerpunkt für einen öffentlichen Treffpunkt

Uppenberg. Der Stadteil Uppenberg ist einer der drei am schnellsten wachsenden Stadtteile in Münster. Allerdings nur, was die Bevölkerungszahl angeht, denn an öffentlicher Infrastruktur ist seit Jahrzehnten nichts mehr hinzugekommen. Zwischen 2013 und 2017 wuchs im städtischen Bezirk Uppenberg die Bevölkerungszahl um über 400 Personen. Dieser Trend ist noch nicht abgeschlossen und wird durch die neuen Wohnungen auf dem ehemaligen TÜV-Gelände und dem York-Quartier (beides an der Steinfurter Straße / Ring) sowie viele kleine Lückenbebauungen sogar noch verstärkt. Die Verdichtung und auch die Versiegelung, übrigens Thema des BI-Stammtisches am 9. April (jeweils am zweiten Dienstag des Monats, jeweils um 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt, Schulstraße 45), in Uppenberg nimmt immer zu.

Die Nahversorgung ist zwar gewährleistet, aber es gibt zum Beispiel nur wenige Angebote mit frischen Lebensmitteln – insbesondere aus der Region. Dies könnte durch einen Wochenmarkt, der auf dem öffentlichen Parkplatz an der Ecke Grevener Straße / Catharina-Müller-Straße angesiedelt werden könnte, schon verbessert werden. Dazu sollte die Grevener Straße zwischen Steinfurter Straße und Ring möglichst umgestaltet werden. Zwar benötigt der Wochenmarkt nicht mehr Platz als jetzt schon auf den Parkflächen vorhanden ist, doch sollte die Chance der Bautätigkeit auf der Grevener Straße, die Kanalisation muss erneuert werden, zur Umgestaltung in Richtung mehr Wohn- und Lebensqualität und damit moderner Urbanität genutzt werden.

Auf dem öffentlichen Parkplatz an der Ecke Grevener Straße / Catharina-Müller-Straße könnte ein Wochenmarkt angesiedelt werden. (Fotomontage: Werner Szybalski)

Die entstehende „Neue Mitte Uppenberg“ könnte der öffentliche Treffpunkt im Viertel sein. Er liegt zwar nicht zentral, ist aber vom Neutor, Klosterviertel, Unicampus, Koburg, Wienburg, Dichterviertel, Kreuzviertel und Schul- sowie Kinderhauser Straße gut erreichbar. Idealerweise könnten die beiden führenden Banken in Münster dort eine gemeinsame Selbstbedienungseinrichtung unter anderem mit Bargeldautomaten aufstellen. Durch Infokästen für Initiativen, Vereine, Kirchengemeinden oder Parteien sowie kostenfreie Sitzgelegenheiten und vielleicht einem Kleinkindspielplatz würde die „Neue Mitte Uppenberg“ attraktiv machen. Zusätzlich sollten die Reststoffcontainer vom Kanonierplatz an diesen Platz verlagert werden, dabei ab optisch gelungen aufgestellt werden.

„Mit Leib und Seele Lokalredakteur“

Klaus Baumeister liest bei der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel

Kreuzviertel. Aus seinem jüngst im Aschendorff-Verlag erschienen Buch „25 Jahre Münster – eine Bilanz“ las am Mittwochabend Autor Klaus Baumeister in der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel. Der Lokaljournalist hatte eine persönliche Bilanz seiner 25 Berufsjahre in der Münster-Redaktion der Westfälischen Nachrichten vorgelegt, aus der er mehrere Kapitel vortrug.

Klaus Baumeister bei der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel.

Zunächst interviewte aber Einlader Werner Szybalski seinen Kollegen. Dabei stand Baumeisters Verhältnis zu seiner Wahlheimat Münster und die Tätigkeit als lokalpolitischer Berichterstatter im Mittelpunkt. „Ich komme mit allen Akteuren in der Stadtgesellschaft klar“, unterstrich der in Hiltrup wohnende Journalist, dass er besonders an der Lebendigkeit in Münster interessiert ist: „Jede Bürgerinitiative, wie hier früher die Gegner der Verdichtung im Kreuzviertel, sorgt für den Stoff, von dem auch die Tageszeitung lebt. Das spannendste aktuelle Thema ist sicherlich die Reaktivierung der WLE-Bahnstrecke von Sendenhorst nach Münster. Menschen, denen bald die Bahn durch die Gärten fährt und die bei Nutzung zudem höchstens einen Zeitvorteil von vielleicht drei Minuten durch die reaktivierte WLE haben, müssen sich mit Bewohnern von Sendenhorst verständigen, die dann bestimmt 15 Minuten schneller am Bahnhof in Münster sind. Der Ausgleich dieser Interessenskonflikte ist extrem spannend – nicht nur für Lokaljournalisten“, so Baumeister.

Das neuste Werk von Klaus Baumeister kostet 13,80 €.

Bei seinen Lesungen aus „25 Jahre Münster“ machte Baumeister deutlich: „Ich bin mit Leib und Seele Lokalredakteur“. Er warb insbesondere in der abschließenden Diskussion mit dem Publikum für mehr kommunales Geld für Kultur. Dies bezog er sowohl auf Schulbauten wie auf die vom Musikliebhaber offensichtlich sehnsüchtig erhofften Konzertsaal für Münster.

In seiner beruflichen Praxis sei ihm zudem klar geworden, dass die föderale Gestaltung Deutschlands nicht zwingend Probleme löse: „Ich habe den Eindruck, dass häufig der Disput zwischen Politikern der gleichen Partei zwischen Stadt, Land und Bund heftiger ist, als der Konflikt zwischen den unterschiedlichen Parteien der gleichen Ebene.“