„Spaßbad“ statt Traglufthalle für das Freibad?

Münsters Jugendrat gegen Winterschwimmen in der Koburg

Der Jugendrat der Stadt Münster hat sich gegen die Erweiterung des Schwimmangebots im Winter im ehemaligen DJK-Freibad Koburg an der Grevener Straße ausgesprochen. Die kommunalen Jungparlamentarier halten „Erwerb einer Traglufthalle für die Koburg nicht für eine sinnvolle Investition“. Sie fordern weiterhin den Neubau eines Familien- und Freizeitbades in Münster. Ein solches „Spaßbad“ hatte die SPD Münster überraschend im Kommunalwahlkampf 2014 ins Gespräch gebracht.

Damit spricht sich der Jugendrat gegen die Forderung der Schwimm- und Wassersportvereine in Münster aus, die – nach eigener Darstellung – dringend auch im Winter ein 50-Meter-Becken für das Training benötigen würden. Die über Facebook organisierten „Freibad Coburg Fans“ wollten dem Beschluss der kommunalen Nachwuchspolitiker nicht zu viel Gewicht einräumen. Einer der Sprecher der Initiative, Marius Stelzer, erklärte gegenüber Uppenberger: „Der Jugendrat hat sich für ein Erlebnis- und Familienbad ausgesprochen und sieht eine Traglufthalle über dem Freibad Coburg kritisch. Wir schauen mal, wie die Fraktionen im Sportausschuss und die Öffentlichkeit sich dazu verhalten.“

Immerhin räumt der Jugendrat ein: „Die Traglufthalle wäre zwar eine mögliche Lösung für das Interesse der Schwimmsportler*innen an der ganzjährigen Nutzung einer 50-Meter-Bahn, wir halten es jedoch für sinnvoller, ein Schwimmzentrum zu schaffen, dass ein breiteres Publikum anspricht und den Interessen und Wünschen der Jugendlichen genauso gerecht wird, wie dem Wunsch der Sportler*innen.“ Die Zielgruppe von Familien und Jugendlichen würde bei der Gestaltung der Bäderlandschaft kaum beachtet, monieren die Jungpolitiker: „Eine Stadt mit mehr als 300.000 Einwohner*innen braucht nach unserer Auffassung ein für Jugendliche und Familien ansprechendes Schwimmbad.“

Die Verwaltung hatte am 27. November vergangenen Jahres in der Sitzung des Sportausschusses eine umfangreiche Tischvorlage mit Informationen zur Errichtung einer Traglufthalle vorgelegt. „Für besonders beachtenswert halten wir den geringen Komfort einer Traglufthalle, der den hohen baulichen und finanziellen der Errichtung einer Traglufthalle nicht rechtfertigt. Der geringe Komfort spiegelt sich auch in der Wassertemperatur wieder, die in der Traglufthalle geringer ist, als in einem normalen Hallenbad. Gegen die Errichtung der Traglufthalle spricht nach unserer Auffassung auch, dass sie keinen Mehrwert für den Schulschwimmbetrieb bietet, da damit ein erheblicher Mehraufwand für die Schulen verbunden wäre“, stellte der Jugendrat fest.

Alexander Bergenthal (l.) und Marius Stelzer sind die führenden Köpfe der Facebook-Gruppe Freibad Coburg Fans.
Alexander Bergenthal (l.) und Marius Stelzer sind die führenden Köpfe der Facebook-Gruppe Freibad Coburg Fans.

Die Koburg-Fans hatten nach der Sportausschusssitzung ein Dossier erstellt, dass sie auf einer öffentlichen Versammlung am 13. Dezember 2018 in der DJK-Sportschule vorstellten. Wenig verwunderlich, dass sie zu einem anderen Ergebnis kamen. Stelzer zeigte einen Weg auf, wie das Freibad Koburg auch mit geringeren Kosten für den allgemeinen Badebetrieb winterfest gemacht werden könnte. Unter anderem schlug er für die Funktionsräume eine Containerlösung vor, wobei er betonte: „Das muss baulich nicht öde aussehen.“ Als ein Beispiel findet sich im Dossier die Planungsabbildung für ein CVJM Kinder- und Jugendzentrum in Düsseldorf.

Planzeichnung des CVJM Kinder- und Jugendzentrum Düsseldorf. (aus dem Dossier der Freibad Coburg Fans)



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